"Ex-Premierminister Petr Necas setzte sich für den Ausbau der Atomkraftwerke in Tschechien ein. Wir haben ihm deshalb regelmäßig Briefe geschrieben und klar zum Ausdruck gebracht, was wir vom Ausbau der Atomkraft halten. Weil sich der neue Premierminister Bohuslav Sobotka zur Kernkraft ähnlich stellt, setzen wir mit unserer Aktivität fort. Schreiben auch Sie dem Premier! "





Brief an den Premierminister schreiben


TOPlist

Sehr geehrter Herr Premierminister,

Weihnachten steht vor der Tür. Früher mal die stillste Zeit im Jahr, so ist sie doch längst zu einem treibenden Geschäftsmotor geworden, zu einer Saison von der sich Handel und Wirtschaft ganz besonders viele Impulse erwarten. Es wird damit spekuliert, dass sich der Schenk-Wahn der Menschen erfolgreich in einen Kaufrausch umwandeln lässt. Kaufen, was das Zeug hält, ist die Devise...

Ob es mit der vorweihnachtlichen Kauflust zusammen hängt, dass sich ausgerechnet jetzt mit EPH der größte Wärmeversorger und der zweitgrößte Stromlieferant Tschechiens den Zweidrittel Anteil der slowakischen Energiegesellschaft SE sichert? Immerhin ist in dem Paket das verlustreiche Projekt Mochovce enthalten und dass dieses dank des großspurigen, aber unzulänglichen Ausbaus zielsicher auf ein finanzielles Desaster zusteuert, ist nicht zu leugnen. Womit also spekuliert EPH? Vielleicht mit einem Durchbruch für die Subventionierungswütigkeit mancher europäischer Staaten? Dass also letztlich die slowakische Bevölkerung mit ihren Steuergeldern für die Gewinnsicherung eines tschechischen Großkonzerns wird herhalten müssen? Wohl nicht! Geschäfte wie diese scheinen doch eher dem Bereicherungs- als dem Schenkgedanken geschuldet zu sein.

Weihnachten - aus meiner Sicht hat es vor allem etwas mit Wünschen zu tun, mit guten Wünschen. Diese Gelegenheit möchte ich zum Anlass nehmen und Ihnen und Ihren Regierungsmitgliedern wünschen, stark zu bleiben, wenn es einst darum gehen sollte, auf Druck von mächtigen Energieimperien die eigene Bevölkerung durch Subventionierungen für unrentable AKW-Bauten zur Kasse zu bitten. Bleiben Sie beim ursprünglichen Beschluss Ihrer Regierung aus dem Frühjahr 2014! Bestärken Sie bei jeder Gelegenheit, wie wichtig es Ihnen und Ihrem Kollegium ist, die Bürgerinnen und Bürger nicht zugunsten einzelner Konzerne unnötig zu belasten!

Bis dahin verbleibe ich,

mit besorgten Grüße aus dem Mühlviertel

 Gabriele Schweiger

Mütter gegen Atomgefahr, Obfrau

Zurück