"Ex-Premierminister Petr Necas setzte sich für den Ausbau der Atomkraftwerke in Tschechien ein. Wir haben ihm deshalb regelmäßig Briefe geschrieben und klar zum Ausdruck gebracht, was wir vom Ausbau der Atomkraft halten. Weil sich der neue Premierminister Bohuslav Sobotka zur Kernkraft ähnlich stellt, setzen wir mit unserer Aktivität fort. Schreiben auch Sie dem Premier! "





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18.04. 2016
hinzugefügt durch: Roland Egger

Gefahrzeitverlängerung im AKW Dukovany

Sehr geehrter Herr Premier!

Ich weiß nicht, welches Gefühl stärker war, als ich hörte, dass für den Reaktorblock I im Atomkraftwerk Dukovany eine unbegrenzte Gefahrzeitverlängerung durch die tschechische Atomaufsicht SUJB ausgesprochen wurde.

War es das Gefühl des Erstaunens und völligen Unverständnisses über diese Entscheidung? War es das Gefühl des Ärgers? War und ist es das Gefühl der Angst?

Noch vor wenigen Monaten herrschte gerade in Tschechien große Aufregung, weil bekannt wurde, dass bei der Kontrolle der Schweißnähte in den Atomkraftwerken Temelin und vor allem auch in Dukovany der Schlendrian Programm war. Die tschechische Atomaufsicht reagierte mit Verärgerung und ließ sich auch alle Optionen offen, was die anstehende Gefahrzeitverlängerung der Atomreaktoren in Dukovany betraf. Und dann das: Eine unbegrenzte Gefahrzeitverlängerung. Mit allem war zu rechnen, damit aber nicht.

Ärgerlich war, dass Tschechien für diese Gefahrzeitverlängerung die Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung ablehnte und damit die Tatsache ignorierte, dass die Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen im Jahr 2014 feststellte, dass gemäß ESPOO-Konvention über grenzüberschreitende Umweltverträglichkeits-prüfungen mit Öffentlichkeitsbeteiligung eine solche auch für Gefahrzeitverlängerungen vorzusehen ist. Sie setzen sich somit wissentlich über internationale Gepflogenheiten hinweg.

Was bedeutet die Gefahrzeitverlängerung von Dukovany für uns alle? Richtig: Eine Verlängerung der Gefahren durch ein Uralt-Atomkraftwerk, das über kein zeitgemäßes Containment verfügt, mit Kühltürmen, die einem Sturm nicht standhalten und generell der offenen Frage der Erdbebengefährdung.

Gerne erwarte ich dazu Ihre geschätzte Rückmeldung.

Mit besten Grüßen

Roland Egger / Obmann / atomstopp_atomkraftfrei leben!

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