"Ex-Premierminister Petr Necas setzte sich für den Ausbau der Atomkraftwerke in Tschechien ein. Wir haben ihm deshalb regelmäßig Briefe geschrieben und klar zum Ausdruck gebracht, was wir vom Ausbau der Atomkraft halten. Weil sich der neue Premierminister Bohuslav Sobotka zur Kernkraft ähnlich stellt, setzen wir mit unserer Aktivität fort. Schreiben auch Sie dem Premier! "





Brief an den Premierminister schreiben


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29.04. 2016
hinzugefügt durch: Pavel Vlček

Tschernobyl - 30

Sehr geehrter Herr Premierminister Sobotka,

 in der Zeit des 30.Jahrestages der Katastrophe in Tschernobyl tauchten im unseren Land viele Informationen zu diesem Thema auf. Es interessierte mich, was davon die Fachleute aus der Atombranche halten. Und ich fand einen Artikel, zu dem ich Ihnen meine Meinung schreiben möchte. Ihre Ideen veröffentlichten in einem Artikel vom Dienstag Ales John, der Atomexperte und frühere Direktor des Atomkraftwerkes Dukovany und Danes Burket, Vorsitzende der Tschechischen nuklearen Gesellschaft und frühere Technologe aus Dukovany.

Die beiden Herren bemühen sich in diesem Artikel in einer technischen Zeitung die Zweifel über die Kernkraft zu beseitigen. Der Artikel heißt: „30 Jahres seit der größten Atomhavarie - Ideen zum Thema“. Es es ihnen gelungen ist, können Sie selber beurteilen. Ihre Ideen habe ich teilweise gekürzt, auf den ganzen Artikel verweise ich unten in einem Link.

 A. John schreibt:

Unglücke begleitet jede menschliche Tätigkeit, inkl.der Kernkraft.“

In seiner Aufzählung führt er aber Tätigkeiten an, über sie die Menschen selber entscheiden - wie zum Beispiel davon, ob sie zur Arztuntersuchungen oder einkaufen gehen werden.

 Und ergänzt:

Nach größeren Atomkatastrophen folgte immer eine Nachbesserung der Atomanlagen (1979 - Three Mile Island - Steigerung der Sicherheitskultur, 1986 - Tschernobyl). Und jetzt ohne größere Systemmaßnahmen leben wir nach Fukushima -2011, als die Tests extremer Bedingungen und Anpassungen der Projekte der Atomblöcke verlaufen sind.“

Die Steigerung der Sicherheit wurde durch die Sowjeten nicht erhört, die gerade zur Zeit der Havarie in den USA Tschernobyl gebaut haben. Was hilft uns aber die Sicherheitskultur, wenn es zu einem Stromausfall kommt, wie in Fukushima, und die Blöcke anfangen, ein eigenes Leben zu leben? Und wie kann man ordentlich die Technologien umbauen, die bereits stehen? Neue Atomkraftwerke ermöglichen zwar Teilnachbesserungen, aber gerade deswegen verteuert und kompliziert sich ihr Bau. A. John hat sogar vor kurzem Russland und Weißrussland besucht. Ich bin der Meinung, dass aus der Sorge vor der immer kleineren Chance auf den Bau neuer Atomblöcke in Tschechien. Die russische VVER - Technologie, die in Weißrussland gebaut wird, haben wir bereits in Temelin. Also die Kernkraft kann uns jetzt keinen größeren Fortschritt anbieten.

 D.Burket schreibt weiter:

Das Unglück in Tschernobyl war eine große Tragödie von Hunderten Menschen mit der Krankheit aus der Bestrahlung. Die Havarie der Chemiefabrik in Bhopal verursachte 25 Tausend Todesfälle und insgesamt hat sie Hunderttausende Menschen betroffen. In Fukushima hat die Naturkatastrophe 20 Tausend Menschen getötet, in Folge der Atomhavarie sind nur 2 Leute gestorben. Die Atomkraft sehen die Menschen nach wie vor wie eine Atombombe, es geht um ein Blutmal, das jede neue Atomanlage betrifft. Nichts auf der Welt ist ohne Risiko - man muss natürlich die Risiken eliminieren. Aber bei einem Atomkraftwerk lebt man sicherer als wenn man das Auto fährt.“

 D.Burket und A.John vergessen, dass die Menschen in der tschechischen Landschaft ununterbrochen wohnten. Und vor 30 und dann vor 15 Jahren hat ihnen dort der Staat unempfindlich Atomanlagen errichtet, die den Strom produzieren, der heute aus dem Großteil zum Export bestimmt ist. Es war nicht eine Wahl der Menschen, auf keinen Fall der Menschen aus der Umgebung der Atomanlagen. Und Tschernobyl, zu dem sich die beiden Herren äußern? Es bleibt mir nichts anderes übrig als zu sagen: niemand von uns weiß, wie sich unser Leben weiter entwickeln wird und was alles noch nach Tschernobyl und Fukushima noch kommen kann. Hoffentlich wird es nicht wieder eine Kriegsbombe sein.

 Mit sonnigen Grüßen

 

Pavel Vlcek, Obmann der BIU Budweis

http://www.allforpower.cz/clanek/vyslo-nove-cislo-casopisu-all-for-power-2-2016

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